
Wie viel Greenification ist möglich, wenn wir Wirtschaft, Technologie und Gesellschaft zusammen denken, Ines Koste?
Vom Procurement & Sustainability Summit in Hamburg direkt in deine Ohren:
Ines Koste von EY-Parthenon spricht über die Green Energy Transformation – und darüber, warum wir nachhaltige Technologien, wirtschaftliche Strategien und gesellschaftliche Realitäten nicht länger isoliert betrachten können.
Ihr Ansatz: Klimaziele erreichen wir nur, wenn wir sie in tragfähige Geschäftsmodelle übersetzen – mit Mut zur Skalierung statt kleinteiliger Einzelmaßnahmen.
Ines Koste ist Strategieberaterin im Sustainability Hub von EY-Parthenon.
Ihr Fokus: Transformation ganzheitlich denken – entlang der drei Dimensionen Energy, Technology & Society. Denn Nachhaltigkeit ist für sie kein Ideal, sondern ein Business Case mit Wirkungspotenzial.
Wo Energie, Technologie und Gesellschaft zusammenwirken, entsteht Veränderung mit Substanz.
FUNKE For Future schafft Räume für Austausch, Reflexion und Zukunftskompetenz. Die Academy liefert praxisnahe Formate, die ESG-Themen strategisch wie operativ greifbar machen.
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Die drei Bereiche Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft lassen sich heute überhaupt gar nicht mehr isoliert betrachten. Echter Impact, echte Wirkung entsteht nur dann, wenn diese Bereiche zusammenwirken. Und wir denken eben, dass Nachhaltigkeit nur dann einen Mehrwert bringt, wenn Menschen und Unternehmen verstanden werden und auch die Funktionalität und die Technologie als Basis immer mitgedacht wird. Willkommen bei Voices for Future, dem Podcast für zukunftsfähiges Denken und Handeln. Mutige Stimmen, starke Haltung, echte Transformation, genau darum geht's hier. Mit unserem Omnibus, dem mobilen Podcast-Studio von Funke for Future, fahren wir zu Orten, an denen Nachhaltigkeit gestaltet wird. Wir sprechen Klartext mit Menschen, die Themen ins Rollen bringen. Denn dort, wo andere bremsen, geben wir erst recht Gas. Warum dieser Podcast? Weil uns etwas antreibt. Mehr Nachhaltigkeit, mehr Miteinander, mehr Zukunft. Los geht's, rein in die neue Folge.
Willkommen bei Funke for Future, dem Podcast für alle, die nachhaltigen Wandel nicht nur fordern, sondern auch gestalten. Heute sprechen wir über Green Energy Transformation, also darüber, wie Technologie, Strategie und gesellschaftlicher Anspruch zusammenwirken, um unser Energiesystem zukunftsfähig zu machen. Bei Funke for Future interessiert uns dabei besonders, wie Verantwortung zu konkretem Handeln wird. In Organisationen, bei Führungskräften, aber auch bei jenen, die gerade erst einsteigen. Genau an dieser Schnittstelle arbeitet Ines Koste, Beraterin im Nachhaltigkeitshub von EY Parthenon. Gemeinsam schauen wir auf politische Zielkonflikte, neue Kompetenzen für die Transformation und was es braucht, um zwischen Ambition und Realität zu arbeiten. Wirksam zu bleiben. Herzlich willkommen, liebe Ines. Danke für die Einladung. Ich freue mich sehr, heute hier zu sein. Ja, ich bin auch total glücklich, dass du heute hier bist. Und ja, schon dein LinkedIn-Post zur neuen Rolle im Nachhaltigkeitshub bei EY zeigt ja, Green Energy Transformation ist für dich einfach mehr als ein Job. Es ist deine Passion, genauso wie Nachhaltigkeit meine Passion ist. Was hat dich denn persönlich dazu bewegt? Green Energy mit Strategieberatung zu verbinden. Und was willst du damit bewegen?
Du liegst genau richtig. Green Energy Transformation ist für mich nicht nur ein berufliches Thema, sondern zieht sich eigentlich schon als roter Faden durch meinen gesamten Weg. Während meines Ingenieurswissenschaftlichen Masters an der Westküste, das ist ein super großer Hub für erneuerbare Energie in Norddeutschland, habe ich meine Leidenschaft für das Thema entdeckt. Und ich habe währenddessen und auch nach meinem Master im Energiesektor schon gearbeitet, bei einem großen Energielieferanten und mich mit zukünftigen Energie- und Kohlenstoffbedarfen beschäftigt. Also Stichwort Voluntary Carbon Markets, Carbon Capture, Utilization und Storage.
Also wo brauchen wir CO2 zukünftig als Rohstoff? Wo können wir ihn vermeiden? Wie schaffen wir ein Gleichgewicht zwischen Technologie und politischen Rahmenbedingungen? Und meine Erkenntnis war dann relativ schnell, die Lösungen sind nicht nur die Technik, sondern wir müssen das in tragfähige, konkrete Strategien irgendwo übersetzen. Und ganz, ganz wichtig, Menschen in jeder Branche, die daran beteiligt ist, mitnehmen. Und der Reiz an der Strategieberatung, nämlich Theorie, in diese Praxis zu überführen und zu übersetzen und mit allen möglichen Industrien zusammenzuarbeiten, also Energie, Mobilität, Finanzen. Und im Sustainability Hub bei EY Parthenon kann ich genau das eben machen, also mit Unternehmen neue Wege für unsere doch ambitionierten Klimaziele finden und Klimaziele wirklich in Geschäftsmodelle übersetzen, weil meine Überzeugung ist eben, Nachhaltigkeit ist nicht nur eine Mission, sondern richtig skaliert kann es ein tragfähiger Business Case sein. Du sprichst von Energy, Technology and Society to create real impact, also richtig Wirkung zu erzielen. Und wie gelingt denn die Verknüpfung dieser Bereiche bei EY Parthenon dann in konkreten Projekten? Wie macht er das dann? Du sagst es schon direkt, die drei Begreiche Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft lassen sich heute überhaupt gar nicht mehr isoliert betrachten.
Echter Impact, echte Wirkung entsteht nur dann, wenn diese Bereiche zusammenwirken und das versuchen wir bei E-By-Parsenon. Wir arbeiten an genau dieser Schnittstelle mit interdisziplinären Teams, mit Experten aus wirklich unterschiedlichsten Fachrichtungen. Und wir wollen mit den Kunden Lösungen entwickeln, die technologisch machbar sind, wirtschaftlich tragfähig und auch gesellschaftstauglich.
Und dabei ist es ganz wichtig, dass wir eben dieses Verständnis für den jeweiligen Sektor mitbringen. Deswegen haben wir die ganzen Experten mit bei uns an Bord. Zum Beispiel einer hat total viel Ahnung von komplexer Infrastruktur. Der andere kennt sich mit energieintensiven Branchen aus, zum Beispiel Metallindustrie, und kennt eben die Produktionsprozesse, die Lagerhaltung und so weiter. Und wir denken eben, dass Nachhaltigkeit nur dann einen Mehrwert bringt, wenn Menschen und Unternehmen verstanden werden und auch die Funktionalität und die Technologie als Basis immer mitgedacht wird. Zum Beispiel, wir hatten vor einem Jahr mit einem großen Chemiekonzern zusammengearbeitet und eine Nachfrageanalyse für CO2 erarbeitet und uns gefragt, wo wird Kohlenstoff zukünftig nachgefragt? Wie sieht die zukünftige Infrastruktur aus? Wie lässt sich das finanzieren vor allen Dingen? Welche Regionen sind wichtig? Welche Akteure müssen da zusammenarbeiten? Und mein persönliches Anliegen ist dabei auch immer, Nachhaltigkeit und Energiethemen müssen nahbar, und authentisch und verständlich kommuniziert werden, Weil es ist ein People-Business, Menschen reagieren auf Menschen und komplexe Transformation muss greifbar und glaubwürdig werden. Nur so lässt sich eben echter Impact, echte Wirkung in Strategien und dann auch bei uns in den Köpfen verankern. Ich frage mich, so ein Energieprojekt, das ist ja jetzt total umfangreich und wie schafft ihr es dann, so einen Elefanten dann in Stücke zu schneiden, den Leuten das dann auch nahe zu bringen?
Wie muss ich mir das vorstellen? Also man muss wirklich jeden Kunden individuell sich heranziehen und überlegen, in welchen Geschäftsbereichen arbeitet der, mit welchen Kunden arbeitet der auch zusammen, wie sieht die Lieferkette irgendwie aus und sich dann wirklich überlegen, wie kann in dieser Branche für diesen Kunden, der auch menschlich so und so ist, die größte Wirkung erzielt werden. Ich habe da ein ganz cooles Beispiel mitgebracht, das ich gerne einmal beschreiben würde.
Und zwar haben wir wirklich frühzeitig bei einem Härtereibetrieb oder einer Härtereibranche mal eine grüne Härterei ist so ein bisschen, wenn ich Sachen aushärte für die Produktion, also zum Beispiel Stuhlstangen und so weiter werden da produziert, die dann in die Automobilbranche weiterverkauft werden. Härterei. Genau, eigentlich, wenn Dinge ausgehärtet werden müssen, wie man sich das vorstellt. Und da haben wir ein Projekt gemacht. Das Projektvolumen waren ungefähr 250.000. Es waren Mittelständler, also relativ viel. Und die Ausgangslage war eben Härtereienarbeiten mit Gas. Und wir haben mit dem CEO damals zusammengearbeitet, der relativ neu diese Unternehmensgruppe da übernommen hatte. Und der war, das war ein Pionier, der hatte total Lust auf Nachhaltigkeit und hat uns gefragt, wie viel Greenification ist denn möglich? In so einem gasintensiven Prozess. Die haben dann gesagt, du, das finden wir heraus, das machen wir. Und dann haben wir uns mit einem Fuel Switch angeguckt, also wie schaffe ich es denn zum Beispiel auf Elektroöfen umzustellen? Wie können wir PV-Anlagen nutzen? Wir haben PPAs, also für grünen Strom, mit ihm ausgearbeitet und ihn dabei unterstützt und sind wirklich an jeden Standort gegangen und haben uns das angeschaut.
Und dann kam der Ukraine-Krieg. Und dieser Härtereibetrieb war auf Grün umgestellt bereits. Und der hat sich natürlich, also es ist natürlich eine schlechte Entwicklung für uns gewesen, aber der hat natürlich sich extrem gefreut und dachte, Mensch mein Gott, Gott sei Dank habe ich schon in das Grüne investiert, weil meine Nachfrage steigt jetzt natürlich. Und parallel wurde auch in der Lieferkette immer mehr nach grünen Produkten nachgefragt, weil auch in der Lieferkette die Unternehmen das ja auf ihre Kunden umlegen mussten. und die Nachfrage nach Grünen stieg. So, und der hatte natürlich einen riesigen Wettbewerbsvorteil, eine starke Marktposition und auch Kostenvorteile, weil er eben schon diese PPAs ausgehandelt hatte. Und das zeigt eigentlich, wenn man mutig ist und frühzeitig den ersten Schritt geht, dann hat man mit grüner Energie einfach einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil, den man dann strategisch ausspielen kann. Da braucht es aber auch viel Unternehmertum, will ich mal sagen. Absolut, total. Und das ist das, wo wir auch immer versuchen, so ein bisschen Pionierarbeit zu leisten. Auch in der Strategieberatung sprechen wir einfach mit extrem vielen Unternehmen und versuchen das. Und deswegen sage ich das immer. Wir müssen die Leute irgendwie dahinter mitnehmen. Wir müssen für das Thema begeistern. Wir müssen es verständlich machen, weil sonst haben die Leute damit Bauchschmerzen, wissen nicht so richtig und es ist irgendwie alles nur teuer.
Und wir brauchen die Leute, die den Anfang machen, weil das hat dann die Wirkung. Dann sagen andere Leute, das war ja smart, das will ich aber auch. Und das hat ja gar nicht wehgetan. Und das war gar nicht so schwer. Genau. Und da versuchen wir auch wirklich mit Leuten zu sprechen und da so ein bisschen Überzeugungsarbeit zu leisten. Weil Nachhaltigkeit ist cool. Total. Und das bringt für Unternehmen tatsächlich auch am Ende für der Bottomline richtig... Ja, es sind hohe Anfangsinvestitionen. Das stimmt. Und man muss ein bisschen darauf warten, bis sich das lohnt und man das zurückbekommt. Aber es lohnt sich. Und es ist am Ende ein Business Case, der sich wirtschaftlich und finanziell lohnt. und von den soften Faktoren will ich gar nicht sprechen. Also der Endkunde zum Beispiel heutzutage will alles wissen, es muss transparent sein, das Unternehmen darf nicht mehr irgendwo irgendwelchen Mist machen und diese soften Faktoren sind deswegen auch super wichtig. Also wenn ich mich da nachhaltig engagiere als Unternehmen, dann ist das immer gut für meine Abnehmer und für meine Wirkung, für meine Branding, für meine Marke im Markt. Also wir haben ja jetzt dieses total super Beispiel gehört Und dann fordert die Politik eigentlich was ganz anderes, nämlich eine Rückkehr zu fossilen Energien. Frau Reiche redet von neuen Gaskraftwerken für mehr Versorgungssicherheit.
Ines, wie bewertest du denn diesen Schritt? Ist der sinnvoll im Kontext von Klimaneutralität bis 2045? Oder was bedeutet das aus seiner Sicht für nachhaltige Transformationsbilanzen im Energiesektor? Es ist natürlich irgendwo ein bisschen ambivalent, aber ich schätze es trotzdem relativ realistisch ein, muss ich sagen. Auf der einen Seite, ja, wir haben geopolitische Unsicherheiten. Wer heute jetzt gerade Nachrichten liest, ist ganz schrecklich, was auf der Welt passiert.
Wir kennen das Thema fossile Abhängigkeiten in Deutschland. Kriege, Instabilität, Preisschwankungen gehören zu unserem Alltag. Und es macht natürlich den Ausbau von fossilen Energien widersprüchlich, gerade mit Blick auf unsere Klimaziele 2045.
Auf der anderen Seite muss man auch ehrlich sein und eingestehen, dass unsere Energiewende so ein bisschen stockt bei der Speicherung, bei Flexibilität in den Netzen, beim Thema Ausbau Erneuerbare. Und wir in Deutschland haben zum Beispiel Atomkraft abgelehnt. Das sehe ich auch als richtig an. Kohleausstieg ist geplant. Das heißt, wir haben aber einfach irgendwo dann eine Versorgungslücke. Und wir müssen die irgendwo schließen und neue Gaskraftwerke da als Brückentechnologie, Brückenlösung nehmen. Allerdings nur flexibel und steuerbar. Neue Gaskraftwerke müssen age-to-ready sein, das heißt später umrüstbar auf die Nutzung mit grünem Wasserstoff. Und wir wollen keine neuen fossilen Dauerabhängigkeiten aufbauen. Ich hatte es schon gesagt, die geopolitische Lage ist einfach schrecklich. Wir müssen da ein bisschen aufpassen und wir müssen auch ganz klar andere Themen mit auf dem Tisch haben. Zum Beispiel ist es gut, dass wir die Energy Terminals angehen und ausbauen, dass wir internationale Energiepartnerschaften mit zum Beispiel auch Afrika angehen, um einfach dieses Risiko dieser fossilen Abhängigkeiten zu diversifizieren. Wie siehst du denn die Alternativen, dass wir langfristige Versorgungssicherheit tatsächlich nur auf Grün erreichen, ohne fossile Rückschritte hinzunehmen?
Ich nenne da eigentlich immer so die, ich sag mal, klassischeren drei Punkte, die meiner Meinung nach zwar nicht neu sind, aber auch wirklich eine Grundlage bilden. Einmal ist das Thema Netzausbau, besonders Verteilnetze ausbauen, da müssen wir einfach besser werden. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass unsere erneuerbare Energie dorthin gelangt, wo sie gebraucht wird. Dann das Thema Flexibilisierung. Unsere Netze müssen intelligent Laststeuerung können. Dann brauchen wir sektorübergreifende Lösungen. Das habe ich oben an der Westküste total gelernt, dass wir Strom, Wärme und Industrie koppeln müssen. Dann das Thema Speicherlösungen. Also wir müssen massiv in Speichertechnologie investieren. Kurzzeitspeicher, zum Beispiel Batterien oder saisonale Lösungen wie Wasserstoff oder Power-to-X-Fade. Das ist einfach sehr, sehr wichtig, um die schwankende Einspeisung bei erneuerbaren Energien auszugleichen. Also wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, dass wir trotzdem Energie haben. Ja, es braucht neben diesen drei Punkten natürlich regulatorische Rahmenbedingungen. Man will es schon gar nicht mehr hören, aber es ist einfach die Wahrheit. Wir brauchen sie, um Investitionssicherheit bei den Unternehmen herzustellen. Und müssen dafür sorgen, dass Unternehmen das einfach auch als Chance sehen und auch als Innovations- und Wettbewerbsmöglichkeit. Ich finde aber auch, und das ist ja auch gerade aktuell in den Nachrichten, heute Morgen habe ich das gehört, in meinem Morning Briefing.
Dass Deutschland international einfach ja zum Beispiel noch gut dasteht, was die Staatsverschuldung angeht. Und deswegen ist es gut, dass wir das Sondervermögen für Infrastruktur bekommen und es auch hoffentlich richtig investieren. Aber was mir da immer ganz wichtig ist, zu sagen, es sollte nicht dieses Gießkannenprinzip sein. Also alle kriegen ein bisschen was. Wir machen ein bisschen Wasserstoff, ein bisschen Netze, ein bisschen Speicher, ein bisschen Hefen, ein bisschen Bahn, ein bisschen Autobahn. Sondern wir müssen wirklich ganz klar auswählen, welche wenigen zentralen Projekte wir angehen für eine echte Wirkung dann auch. Und das empfehlen wir auch immer Unternehmen. Manche Unternehmen sagen, wir wollen jetzt alles machen auf einmal und dann sagen wir, nee, nee, stopp. Wir setzen uns mal hin und wir machen erst mal jetzt zwei, drei Priorisierungen, zentrale Leitplanken und gehen das nach und nach an. Und das andere zieht dann vielleicht nach. Wichtig ist jetzt handeln, um eben sichere klimaneutrale Energieversorgung und Infrastruktur zu schaffen, auch durch Sondervermögen.
Weil wenn nicht jetzt, wandern. Genau so ist es. Und das ist natürlich auch ein Riesenfaktor für Unternehmen, wenn es um das Thema Recruiting geht. Weil viele jungen Menschen, die wollen wissen, was macht das Unternehmen, dem ich meine Arbeitskraft zur Verfügung stelle, wie richtet sich das auch zukunftsfähig aus und da ist Green Energy bestimmt auch ein Thema. Was spürst du denn so an Vibes bei den YPs, den Young Professionals oder auch bei jüngeren Führungskräften? Also ich bin online und auch bei uns im Unternehmen sehr vernetzt und spüre da total viele Einflüsse aktuell. Das zeigt sich aber auf ganz unterschiedlichste Weise. Also bei den Young Professionals, bei den Young New Talents sehe ich eine ganz klare Erwartungshaltung. Die wollen sinnstiftende Rollen anstatt einfach nur irgendwie einen Job. Die sehen erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit als echten Antrieb. Das ist für die nicht nur ein Trend, sondern wirkliche Haltung, die sie auch im Job leben wollen. Und im Recruiting muss ich mich da glaubwürdig positionieren, um Talente auch für mich zu gewinnen. Ich habe auch mitbekommen, dass da Mut zur Lücke vollkommen akzeptiert und normal ist. Keiner ist perfekt, wenn ich als Unternehmen noch nicht da bin, wo ich sein will, kann ich darüber offen sprechen. Wichtig ist einfach anzufangen und die neue Generation, die sind mega motiviert, die haben total viel Bock.
Und wenn ich da als Unternehmen auftrete und sage, hey, das sind deine Entwicklungsmöglichkeiten, das und das machen wir hier, so gewinne ich die guten Leute für mein Unternehmen.
Bei Führungskräften auf der anderen Seite, die haben es nicht leicht aktuell. I feel you. Ja, die haben die doppelte Herausforderung. Die müssen einmal transformieren, strategisch, operativ, technologisch. Wir haben eine Menge von Auflagen, die erfüllt werden müssen. Auf der anderen Seite wünschen sich die Mitarbeitenden Orientierung und Halt und Verlässlichkeit. Und was ich beobachte, starke und klare Führung wird wieder eingefordert und ich bewerte das auch super positiv, weil Menschen suchen in diesen wirklich unsicheren Zeiten einfach eine Richtung und Menschen wollen eigentlich nicht so gerne Veränderungen, sind ja nicht so richtig Veränderungstiere und wenn es dann schon Veränderung sein muss, dann wollen sie einen klaren Weg durch diese Veränderung aufgezeigt bekommen und wenn ich eine Führungsperson bin, die dann wirklich Haltung zeigt, Entscheidungsstärke, Orientierung, dann komme ich einfach gut an bei meinen Mitarbeitern, habe ich das Gefühl. Ja, das sind große Herausforderungen auch für so eine Führungskraft in Zeiten, wo viel Ambiguität ist. Was glaubst du denn, was so Kompetenzen sind, die aus deiner Sicht zukünftig am wichtigsten werden, auch im Hinblick darauf, was so vor uns liegt und wie können Unternehmen das denn fördern?
Ja, also ich hatte eingangs ja schon mal erwähnt, dass wir die Menschen mitnehmen müssen und es nicht nur um die Technologie geht. Und wenn ich da Übersetzungskompetenz mitbringe, also die Fähigkeit, diese komplexen Sachverhalte in klare Wege, Strategien und verständliche Kommunikation und Entscheidungen zu überführen, wenn ich das hinbekomme, dann macht das wirklich einen Unterschied und bewegt die Menschen dahinter. Und so startet dann auch der Wandel, weil wenn der Mensch es nicht versteht und Angst hat und Bauchschmerzen, zieht er sich zurück. Das ist ganz normal, würde ich auch so machen. Dann systemisches Denken, wir hatten es auch schon angerissen, Thema Sektorenkopplung, über den Tellerrand hinaus blicken, verstehen, wie Technologie, Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaft zusammenwirken. Also ganzheitlich denken und auch mehr so in Netzen, Stichwort Kreislaufwirtschaft zum Beispiel. Wir sprechen, Käufer werden zu Lieferanten, werden zu Käufern, werden zu Lieferanten. Das sprechen total neue Menschengruppen miteinander und Nachhaltigkeitstransformationen werden aufgrund dieses Zeitdrucks der Klimaziele parallel ablaufen müssen und nicht nacheinander. Und wenn ich mir dann angucke, wie diese Transformationen in verschiedenen Systemen ablaufen und welche Ebenen und Akteure da zusammenkommen, wenn ich das systemisch denken und analysieren kann, das ist ein riesiger Vorteil, denke ich.
Veränderungsfähigkeit, Technologieoffenheit, also nicht nur als Schlagworte, sondern wirklich als Kompetenz. Offenbleiben, dazulernen, Neues ausprobieren, Verantwortung übernehmen, das sind, glaube ich, wichtige Kompetenzen, die sehr, sehr wichtig sein werden in Zukunft. Total, das kann ich mir richtig gut vorstellen und Technologieoffenheit, das ist jetzt hier sicherlich nicht, ob es ein Verbrenner oder ein E-Auto ist, sondern sich vielleicht auch mit den Themen wie künstliche Intelligenz auseinandersetzen, wie wirkt das auf mein Unternehmen, wie wirkt das auf mein Arbeitsumfeld und so. Also von daher, da wird sich ja jetzt viel, viel verändern und Lass uns mal Richtung 2030 gucken. So ganz weit weg ist es ja schon gar nicht mehr. Wie sollte sich denn diese Green Energy Transformation, wie sollte das idealerweise dann aussehen? Was meinst du, damit du sagen kannst, jo, das war richtig erfolgreich?
Ja, 2030 ist näher als gedacht und ein entscheidender Meilenstein. Und damit wir wirklich sagen können, das war ein Erfolg, muss eigentlich Folgendes passiert sein. Also einmal, wir müssen massiv skaliert haben. Also erneuerbare Energien sind zwar auf einem guten Weg, aber die Infrastruktur muss einfach mitwachsen. Ich hatte es schon gesagt, Netze, Speicherlösungen, sektorübergreifende Kopplung. Sonst verpufft eben dieses Potenzial, was wir uns gerade aufbauen. Und ich sage dazu auch immer, die Technologie ist vorhanden. Wir müssen nicht auf ein Wunder hoffen. Wir sind nicht hilflos ausgeliefert. Und dann, und das ist mir besonders wichtig, wieder Menschen müssen mitgenommen werden, weil Transformation funktioniert nicht top down. Es muss sinnvoll, fair und machbar erlebte Veränderung sein und wir müssen versuchen, Technologie, Strategie und auch gesellschaftliche Verantwortung zusammenzudenken, sonst bleibt alles nur eine Teillösung. Du bist ja jetzt so eine Green Energy Influencerin. Was gibst du denn den jungen Menschen mit, die sich für Veränderungen engagieren wollen in diesem Energiesektor? Was würdest du sagen, das gebe ich dir jetzt mit auf den Weg?
Also das, was ich mitgeben kann, ist, unterschätzt nie eure eigene Wirkung. Ich habe das am eigenen Leibe erfahren. Durch Sichtbarkeit hat sich so viel für mich ergeben, wofür ich jetzt im Nachhinein schon so dankbar bin. Und es ist oft wirklich so, im Energiesektor wirken Systeme oft übermächtig. Also irgendwie alles ist sehr komplex. Die Hebel sind weit entfernt. Nachhaltigkeit ist oft so ein schwarz-weiß Thema. Die Leute haben Angst. Man will lieber nichts Falsches sagen und wirkliche Veränderung beginnt aber genau dann, wenn Menschen den ersten Schritt machen und sichtbar werden in Projekten, Diskussionen, online, bei Entscheidungen und wir brauchen dafür diesen Mut und die Sichtbarkeit und mein Tipp ist, sichtbar werden für deine Themen, für deine Überzeugung, für den eigenen Beitrag und heutzutage Social Media bietet jedem eine Stimme und jedem Raum, der was zu sagen hat und wichtig ist, die Technologie zu verstehen. Ja, aber auch die Bedeutung mitzunehmen. Was bedeutet das für Gerechtigkeit, Teilhabe, unsere globale Verantwortung als Gesellschaft? Es geht nicht nur um irgendwelche CO2-Bilanzen, sondern um uns, um uns als Gesellschaft. Und Veränderung gelingt nur, wenn wir alle mitnehmen.
Also mein Rat, sucht Räume zum Wirken und zum Wachsen. Seid motiviert, seid begeistert, bleibt unbequem, wenn nötig. Und genau das ist dann der Anfang echter Transformation. Ach, ist das ein schönes Schlusswort. Die 20 Minuten von unserem Podcast hier sind ja richtig verflogen mit dir. Und vielleicht zum Abschluss, wenn du die Zukunft in einem Satz beschreiben müsstest, auch im Hinblick auf Green Energy Transformation, wie würde der denn lauten?
Ja, so ein knachiger Satz wäre vielleicht, die Zukunft ist mutig, vernetzt und beginnt mit uns Menschen, die heute Verantwortung übernehmen für die Menschen von morgen. Das ist schön, oder? Ja, mega. Schön, dass du da warst. Vielen Dank. Vielen Dank. Hat mich sehr gefreut. Spaß gemacht. Klasse. Das war wirklich ein toller Podcast und Einblicke, die du gegeben hast in die strategischen Hebel der Energiewende und in Fragen, die dann vielleicht auch mal unbequemer sind als die Antworten. Deutlich wird, Green Energy Transformation ist kein rein technisches Projekt, sondern ein Führungsthema mit Auswirkungen, Entscheidungen, Talente und ganze Branche. Wer sich mit genau solchen Herausforderungen auseinandersetzt, von Versorgungssicherheit bis Kompetenzaufbau, findet in der Funke for Future Academy Impulse, Methoden und Sparing für den konkreten Umsetzungskontext. Alle Infos zu unserer Academy und den aktuellen Kursen findet ihr in den Shownotes. Vielen Dank. Vielen Dank. Danke auch.
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